Angst ist eine wichtige menschliche Schutzreaktion.
Problematisch wird sie, wenn Panikattacken, anhaltende Sorgen, körperliche Angstreaktionen oder Vermeidungsverhalten zunehmend den Alltag bestimmen und persönliche Handlungsmöglichkeiten einschränken.
Angst kann sich beispielsweise zeigen durch:
- Panikattacken
- Herzklopfen, Atemnot, Schwindel oder Zittern
- anhaltende Sorgen
- starke innere Anspannung
- Vermeidung bestimmter Situationen
- permanente Selbstbeobachtung
- häufige Rückversicherung
- soziale Unsicherheit oder Rückzug
Warum Angst bestehen bleiben kann
Ein zentraler Mechanismus vieler Angstprobleme ist Vermeidung.
Eine gefürchtete Situation wird vermieden – die Angst nimmt kurzfristig ab.
Genau diese Erleichterung kann jedoch dazu führen, dass das Vermeidungsverhalten verstärkt wird und die Möglichkeit fehlt, neue Erfahrungen zu machen.
Verhaltenstherapeutisch ist deshalb wichtig zu verstehen:
Was löst die Angst aus?
Was genau wird befürchtet?
Wie wird die Situation bewertet?
Was wird vermieden?
Welche Sicherheitsstrategien werden eingesetzt?
Und was hält die Angst dadurch langfristig aufrecht?
Wie Verhaltenstherapie helfen kann
Abhängig von der jeweiligen Angstproblematik können unterschiedliche Elemente eingesetzt werden:
- individuelles Verständnis des Angstkreislaufs
- Überprüfung angstauslösender Bewertungen
- Reduktion von Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten
- gezielte Verhaltensexperimente
- Exposition mit bislang vermiedenen Situationen oder Erfahrungen
- Umgang mit Sorgen und Unsicherheit
- Aufbau von Selbstwirksamkeit
Kognitive Verhaltenstherapie verfügt bei Angststörungen über eine besonders breite Evidenzbasis.
Bei Exposition geht es dabei nicht darum, einen Menschen möglichst großer Angst auszusetzen.
Es geht darum, neue Erfahrungen zu ermöglichen und bisherige Befürchtungen zu überprüfen.
Das therapeutische Ziel lautet daher nicht:
„Ich darf keine Angst mehr haben.“
Sondern:
„Angst darf vorhanden sein, ohne darüber zu bestimmen, wie ich mein Leben gestalte.“
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